Verbote in einzelnen Ländern erschweren Erfolgsaussichten für Kinderwunschpaare

Unterschiedliche gesetzliche Bestimmungen in den einzelnen Ländern in Europa können Kinderwunschpaare unter Umständen daran hindern, in ihrem Heimatland die Therapie mit bestmöglicher Erfolgsaussichten bekommen zu können. Diese Gesetzesbestimmungen haben zur Folge, dass an gewissen Zentren (Standorten) bestimmte Behandlungs-Therapien nicht erlaubt sind.

In Europa gibt es länderspezifische Unterschiede zwischen medizinisch hilfreichen und den gesetzlich erlaubten Behandlungsmethoden im Bereich der Kinderwunschbehandlung. Nach aktuellem Stand von Wissenschaft und Medizin sind die Praktiken inzwischen sehr gut erforscht und stellen bei richtiger Anwendung heutzutage für die Gesundheit des Kinderwunschpaares, und vor allem für das langersehnte eigene Kind, keine speziellen Risiken dar. Trotzdem sind die geschichtlichen, politischen, religiösen, ideologischen Hintergründe in verschiedenen Ländern sehr komplex, was sich in der Umsetzung gesetzlicher Bestimmungen zeigt. Daher gibt es teilweise große Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten, was in der Reproduktionsmedizin erlaubt ist und was nicht.

Übersicht gesetzliche Situation in Europa

Überblick zu den erlaubten und verbotenen Möglichkeiten in Österreich, (Deutschland), Schweiz, Liechtenstein, Italien und Tschechien (Stand 05.07.2013):

A D CH FL IT CZ
Blastozystenselektion
1
Kryokonservierung (Tiefgefrieren) von Embryonen
Kryokonservierung von unbefruchteten Eizellen
Eizellspende
Samenspende
2
Eizellvorsorge
PID-Präimplantationsdiagnostik
erlaubt
verboten
keine Angabe

1momentan Gesetzeslücke in IT – wird irgendwann wahrscheinlich wieder geschlossen – derzeit kann es gemacht werden
2in CZ effektiv, da anonyme Spende und gute Gesetzeslage

Zulässige Behandlungsmöglichkeiten in der Schweiz

In der Schweiz ist die Blastozystenselektion verboten. Damit kann eine Kinderwunschklinik auch kein EGP angeben, die Schwangerschaftsraten und Geburtenraten sind gegenüber Ländern mit einer liberalen Gesetzeslage verringert.

Offen bleibt, ob das Fortpflanzungsmedizingesetz in der Schweiz noch verschärft wird. Im Art. 16 Absatz 5 steht: „Der Bundesrat verbietet die Konservierung imprägnierter Eizellen, wenn der Stand von Wissenschaft und Praxis es erlaubt, nichtimprägnierte Eizellen mit befriedigendem Erfolg zu konservieren“. Seitdem das Einfrieren von Eizellen mit hohem Erfolg gelingt, wird in Zukunft eventuell nur noch erlaubt sein, 3 Eizellen zu befruchten. Dies macht die Arbeit im Labor sehr schwierig und die Komplexität lässt die Erfolgsraten stark variieren.

Die Eizellspende ist verboten, die nicht-anonyme Samenspende zwar erlaubt, jedoch wegen der restriktiven Gesetzeslage sind die Erfolgsaussichten einer künstlichen Befruchtung gering. Die Schweizer Gesetzeslage verbietet eine Eizellvorsorge nicht.

Die Präimplantationsdiagnostik an Embryonen ist derzeit verboten, jedoch könnte die "PID-Ampel" bald auf Grün stehen. Eine mögliche Gesetzesänderung, welche genetische Untersuchungen an Embryonen in Ausnahmefällen bei einer IVF-Therapie zulässt, wird derzeit diskutiert.

Rechtliche Situation in Österreich

Die Selektion von Embryonen im Blastozystenstadium ist in Österreich (und somit in den IVF Zentren Prof. Zech in Bregenz und in Salzburg) erlaubt. Durch jahrzehntelange Erfahrung auf dem Gebiet der Embryo-Selektion und als Pioniere in der Blastozysten-Kultur und der Kryokonservierungstechnik, wie der aseptischen Vitrifikation von unbefruchteten Eizellen sowie Embryonen in allen Entwicklungsstadien, wird in den IVF Zentren Prof. Zech der Begriff EGP - Expected Gametes Performance (siehe auch Blogbeitrag "Neue POWER durch neuen STANDARD") verwendet, um die individuellen Erfolgschancen von Kinderwunschpaaren bestimmen zu können.

Die Eizellspende ist verboten. Eine Samenspende ist soweit erlaubt, dass der Samen von nicht-anonymen Samenspendern in die Gebärmutterhöhle eingespritzt werden darf, die Befruchtung von Eizellen außerhalb des weiblichen Körpers (In vitro Fertilisation) mit Fremdsamen ist verboten. Die Eizellvorsorge ist nur bei verheirateten Paaren oder bei Paaren mit einem Notariatsakt unter gewissen Umständen erlaubt.

Verbote in Italien

Zurzeit darf in Italien die Blastozystenselektion durchgeführt werden. Auch können Embryonen auf Chromosomenstörungen (Präimplantationsdiagnostik mit Aneuploidiscreening) untersucht werden. Eventuell wird diese Gesetzeslücke wieder geschlossen.

Erlaubte Behandlungen in Tschechien

In der Tschechischen Republik gibt es ein sehr liberales Gesetz. Die Embryonenselektion, die genetische Testung an Eizellen und Embryonen nicht nur auf Störungen / Fehlverteilungen der Chromosomen, sondern auch die Diagnose von Mutationen von einzelnen Genen (Erkrankungen wie die Zystische Fibrose / Mukoviszidose, Morbus Huntington, Thalassämie, Brustkrebsgen, Dickdarmkrebs u.v.m.) sind erlaubt. Die Eizellspende und die Samenspende sind erlaubt. Die Anonymität der SpenderInnen muss gewahrt bleiben. Die Eizellvorsorge (Fertilitäsvorsorge) ist erlaubt.

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